Traditionelle Architektur

Die Kroaten betraten dieses Gebiet im frühen Mittelalter. Die frühste erhaltene Spur ihrer Anwesenheit sind die Kapellen des Heiligen Georg in Rovanjska und des Heiligen Peter in Starigrad, errichtet im 9. oder 10. Jahrhundert nach Christus.


Kirche des Heiligen Peter

Am Ende des Mittelalters (14.-16. Jahrhundert) wurden wahrscheinlich auch zwei Festungen errichtet: Večka kula auf dem Kap östlich von Starigrad und Paklarić auf der verlassenen prähistorischen Wallburg über dem Eingang in Velika Paklenica.


Darstellung der Ruinen von Večka kula aus der Zeit der Kriege mit den Türken (Martin Stier, Mitte des 17. Jahrhunderts)

Es folgte eine zwei Jahrhunderte lange Kriegszeit mit den Türken. Die Einwohner flohen und zogen aus, und der Fuß von Velebit war vollkommen verlassen. Die türkische Macht wurde immer schwächer, und im Jahr 1671 fing die venezianische Regierung an, das Gebiet von Starigrad mit Bunjewatzen, Kroaten aus angrenzenden Teilen unter türkischer Besetzung, zu besiedeln.

Im Jahr 1700 zogen sich die Türken zurück, und der Fuß des südlichen Velebit wurde zum Teil des venezianischen Dalmatiens.

MENSCHEN

Die Weiden und Ackerflächen von Velebit, welche sich in den karstigen Dolinen befinden, sicherten die Existenz der hier wohnenden Einwohner. Die Bevölkerung passte sich dem geographischen und klimatischen Umfeld an und beschäftigte sich meistens mit nomadischer Viehzucht, was die Hirtenhütten beweisen. In der Sommerzeit hielten sich viele Menschen in den Hütten auf, worauf die Ruinen zahlreicher Sakralobjekte weisen: Kirchen, Kapellen, Altare, heilige Berge und Mirila. Die Besonderheiten dieses Gebietes reflektieren sich auch in dem traditionellen Baustil – nur in solchen Siedlungen im Bergfuß sind die sogenannten „krovovi na kubu“ zu finden – fassförmiger Betondach, welche auch heute auf Häusern, wirtschaftlichen Objekten und Mühlen neben dem Bach Velika Paklenica zu finden sind.

„Krov na kubu“ – fassförmiger BetondachInnerhalb der Parkgrenzen befinden sich zehn Dörfer, welche heute meistens verlassen sind: Parići, Ramići, Kneževići, Katići, Škiljići, Jasenar, Rimenić, Jurline, Marasovići und Njive. Besonders interessant sind Häuser, welche in die Halbhöhlen im Sklopina-Gebiet eingebaut sind.



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