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Kulturerbe

Das Gebiet des südlichen Velebit wurde seit der Urzeit bewohnt. Man glaubt, dass während der letzten Eiszeit dieser Gebiet von kleinen Gruppen von paläolithischen Jägern/Sammlern bewohnt wurde – genauso wie anderswo auf dem Mittelmeer. Die Meereshöhe war damals etwa 120 Meter niedriger als heute, und der Velebit-Kanal war ein breites Tal, durch welches ein Fluss floss. Die höchsten Teile von Velebit waren von Gletschern überdeckt. Als am Ende der Eiszeit die Meereshöhe anfing zu steigen, zogen die Menschen in höhere, hügelige Bereiche um. Aus dieser Zeit stammen auch die frühsten Menschenspuren auf Velebit – mesolithische Feuersteinwerkzeuge, gefunden in der Grotte Vaganačka pećina unter Veliko Rujno.
Über Jahrtausende benutzten die Hirten die Grotte Vaganačka pećina als sichere Zufluchtsorte für ihre Herden. Sie hinterließen vier Meter dicke Bodenschichten und Fragmente charakteristisch geformter Tongefäße.

Vor etwa acht tausend Jahren kamen die ersten Viehzüchter und Landarbeiter, welche Weizen, Hausschafe und –ziegen sowie Kenntnisse über deren Zucht mit sich brachten. Die jagd- und sammelorientierte Wirtschaft verliert bald an ihrer Bedeutung, und auf Velebit fängt das Schäferleben an. In Höhlen, welche als Schutz für Menschen und Tiere dienten, fand man zahlreiche materielle Überreste – Knochen der Haustiere, Werkzeuge und Ausrüstung prähistorischer Hirten, sowie dekorierte Tongefäße.

In den letzten zwei tausend Jahren vor Christus, in der Bronzezeit, wurden die ersten größeren Festungen und Wallburgen errichtet. Sie dienten als Schutz für die Einwohner aus den umliegenden Dörfern im Gefahrfall, und einige davon waren auch dauerhafte Siedlungen, in welchen die lokalen Machthaber wohnten. Man konnte somit auch die wichtigen Vieh- und Handelswege überwachen, welche durch Paklenica oder über Rujno nach Velebit und weiterhin nach Lika führten. Einige von ihnen dienten der Überwachung der Seefahrt. Heute sind sie zerstört, aber auf einigen Stellen sind noch bis zu mehreren Metern hohe Ringwälle zu finden. In der unmittelbaren Nähe der Wallburgen befinden sich Hügelgräber – Anhäufungen von großen Rundsteinen, unter welche die damaligen Machthaber in Särge aus Steinplatten begraben wurden. Die meisten wurden ausgegraben und die Gräber wurden beraubt; allerdings sind sie noch stellenweise zu sehen, wie auf dem Gebiet des Dorfes Ljubotić über Tribanj-Kruščice.

Prähistorisches Hügelgrab

In den letzten zwei Jahrhunderten vor Christus wurde die östliche Adriaküste schrittweise von den römischen Legionen erobert. Mit der Gründung der römischen Provinz Dalmatien am Anfang des 1. Jahrhunderts nach Christus wird auch die dauerhafte römische Herrschaft etabliert. In dieser Zeit wurde auch Starigrad (römisch: Argyruntum) gegründet und zu einem wichtigen Handelszentrum entwickelt. Im vierten Jahrzehnt nach Christus ordnete der Kaiser Tiberius, den Schutz der Stadt durch Wallen und Türme auszuführen. Neben der Straße, welche aus der Stadt nach Süd-Westen führte, befand sich der städtische Friedhof. In den etwa 400 erforschten Gräbern fand man reiche archäologische Befunde: Schmuck, Gefäße aus Glas und Metall, Waffen und Werkzeuge. Die interessanteste Sammlung ist sicherlich die Sammlung des antiken Glases – sogar 146 Gefäße von verschiedenen Formen (Schalen, Gläser, Flaschen), welche im Archäologischen Museum der Stadt Zadar aufbewahrt sind.


                               Halbinsellage von Starigrad Paklenica am Anfang des 20. Jahrhunderts (ABRAMIĆ − COLANGO 1909.) Besonders kennzeichnet sind die im Jahr 1908 erforschten Teile der antiken Stadt und einzelne Teile der heutigen Stadt: 1. Antike Nekropole, 2. i 7. Römische Wälle, 3. Römische Straße, 4. i 5. Kapelle und Kirche des Heiligen Georg, 6. Stelle, an welcher die epigraphischen Denkmäler gefunden wurden.

Das Leben in Argyruntum erstarb am Anfang des 4. Jahrhunderts nach Christus. Die Friedenszeit wurde durch Angriffe barbarischer Nationen unterbrochen, was schlussendlich zum Zerfall des Römischen Staates führte. Als man versuchte, die Adriaküste rückzugewinnen, ordnete der Kaiser Justinian Mitte des 6. Jahrhunderts die Errichtung eines Festungssystems für die Sicherstellung der Seefahrt und den Schutz der lokalen Einwohner. Die Ruinen der Wälle und Türme über Modrič und neben Sveta Trojica in der Nähe von Tribinj sind ein Teil dieses Abwehrsystems, welches für eine kurze Zeit den Verfall der antiken Welt an der Adria verzögerte.


Antikes Glas aus Argyruntum

 Die Kroaten betraten dieses Gebiet im frühen Mittelalter. Die frühste erhaltene Spur ihrer Anwesenheit sind die Kapellen des Heiligen Georg in Rovanjska und des Heiligen Peter in Starigrad, errichtet im 9. oder 10. Jahrhundert nach Christus.


Kirche des Heiligen Peter

Am Ende des Mittelalters (14.-16. Jahrhundert) wurden wahrscheinlich auch zwei Festungen errichtet: Večka kula auf dem Kap östlich von Starigrad und Paklarić auf der verlassenen prähistorischen Wallburg über dem Eingang in Velika Paklenica.


Darstellung der Ruinen von Večka kula aus der Zeit der Kriege mit den Türken (Martin Stier, Mitte des 17. Jahrhunderts).

Es folgte eine zwei Jahrhunderte lange Kriegszeit mit den Türken. Die Einwohner flohen und zogen aus, und der Fuß von Velebit war vollkommen verlassen. Die türkische Macht wurde immer schwächer, und im Jahr 1671 fing die venezianische Regierung an, das Gebiet von Starigrad mit Bunjewatzen, Kroaten aus angrenzenden Teilen unter türkischer Besetzung, zu besiedeln.

Im Jahr 1700 zogen sich die Türken zurück, und der Fuß des südlichen Velebit wurde zum Teil des venezianischen Dalmatiens.

MENSCHEN

Die Weiden und Ackerflächen von Velebit, welche sich in den karstigen Dolinen befinden, sicherten die Existenz der hier wohnenden Einwohner. Die Bevölkerung passte sich dem geographischen und klimatischen Umfeld an und beschäftigte sich meistens mit nomadischer Viehzucht, was die Hirtenhütten beweisen. In der Sommerzeit hielten sich viele Menschen in den Hütten auf, worauf die Ruinen zahlreicher Sakralobjekte weisen: Kirchen, Kapellen, Altare, heilige Berge und Mirila.
Die Besonderheiten dieses Gebietes reflektieren sich auch in dem traditionellen Baustil – nur in solchen Siedlungen im Bergfuß sind die sogenannten „krovovi na kubu“ zu finden – fassförmiger Betondach, welche auch heute auf Häusern, wirtschaftlichen Objekten und Mühlen neben dem Bach Velika Paklenica zu finden sind.

                                         „Krov na kubu“ – fassförmiger Betondach

„Krov na kubu“ – fassförmiger BetondachInnerhalb der Parkgrenzen befinden sich zehn Dörfer, welche heute meistens verlassen sind: Parići, Ramići, Kneževići, Katići, Škiljići, Jasenar, Rimenić, Jurline, Marasovići und Njive. Besonders interessant sind Häuser, welche in die Halbhöhlen im Sklopina-Gebiet eingebaut sind.

                                                                 Sklopina

MIRILA

Mirila sind Totengedenkstätten den Wegen und Pfaden von Velebit entlang. Sie entstanden im Zeitraum vom 17. bis zum 20. Jahrhundert und sind mit den Sitten der Einwohner verbunden – da die Dorfkirche und der Friedhof entfernt waren, musste man die Verstorbenen bis zum Friedhof tragen. Mirila haben einen Kopf- und einen Fußstein mit einer Platte dazwischen. Man maß den Körper des Verstorbenen, und das Maß wurde mit zwei Steinplatten „bezeichnet“; mirilo machte man erst, nachdem der Verstorbene begrabt wurde. Mirila wurden mehr geehrt und häufiger besucht als die eigentliche Grabstelle, in welcher „nur der Körper liege, ohne die Seele, welche auf mirilo ruht ”.

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